Gemeinsame WG Aktivitäten #2

Der Klassiker unter jungen Menschen

Posted by Jonas, intern in marketing and comm., on November 21, 2018

Liebe Fluster Freunde

In dieser Reihe wird immer mal wieder ein Artikel publiziert, in dem eine gemeinsame Tätigkeit für die Wohngemeinschaft vorgeschlagen wird. Die Vorschläge können von verschiedenen Kartenspielen bis hin zu Videospielen reichen. Allerdings haben alle Vorschläge gemeinsam, dass man diese an einem gemütlichen Abend in der WG ausüben kann. Diese Vorschläge sollen die Wohngemeinschaft näher zusammenbringen und zu mehr gemeinsamen Aktivitäten der Mitbewohner ermuntern.

Der zweite Artikel dieser Reihe befasst sich mit jenem Handkartenspiel, das besonders in jüngeren Zielgruppen enorme Popularität geniesst: das Arschloch-Handkartenspiel. Wem dieser Name nichts sagt, dem mögen vielleicht die alternativen Bezeichnungen «Bimbo», «Bettler», «Der grosse Dalmuti» oder «Karrierepoker» weiterhelfen. Arschloch kann in der Wohngemeinschaft mit beliebigen Blatt gespielt werden. In der Schweiz wird Arschloch vorzugsweise mit deutschen oder französischen Jasskarten gespielt.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ein Mitbewohner dieses Handkartenspiel noch nie gespielt hat, sollen im Folgenden die Regeln kurz zusammengefasst werden. Jeder Spieler verfolgt das Ziel, seine Handkarten so schnell wie möglich loszuwerden. Der erste Spieler am Zug kann entweder Einzelkarten oder Mehrlinge (Karten gleicher Wertigkeit) spielen. Reihum können die folgenden Spieler passen oder den Stich mit höheren Karten/Mehrlingen übernehmen. Dieser Ablauf wiederholt sich so lange, bis der Stich in die höchstmögliche Karte/Mehrlinge mündet und somit kein Spieler mehr erhöhen kann oder jeder Spieler lieber passen möchte. Der Gewinner des Stichs kann danach als Erster der neue Stich einleiten. Das Besondere in diesem Spiel sind die Rollenverteilungen, die nach der ersten Runde bestimmt werden. Jener Spieler, der in der ersten Runde zuerst alle Handkarten abgelegen konnte, wird zum König ernannt und erhält die zwei besten Karten vom titelgebenden Arschloch, jener Spieler, der als Letzter alle Handkarten losgeworden ist. Der König muss zudem zwei seiner (meist schlechten) Karten dem Arschloch übergeben. Der zweitbeste Spieler der ersten Runde wird zum Vizekönig auserkoren und erhält die beste Karte vom zweitschlechtesten Spieler der ersten Runde, dem Vizearschloch. Zudem muss der Vizekönig eine (meist schlechte) Karte abgeben. Jener Spieler, die sich nicht zu den vier erstgenannten Spielern einreihen, werden Bürger und müssen weder Karten abgeben noch erhalten sie neue Karten. Das titelgebende Arschloch nimmt in diesen Rollenverteilungen eine besondere Stellung ein, weil er die Karten mischen und neu verteilen muss. Er kann allerdings im Zeitraum vor der neuen Runde seinen unrühmlichen Titel loswerden, wenn ein Spieler eine Frage des Arschlochs beantwortet oder seinen richtigen Namen nennt. Daraufhin werden die Rollen getauscht und das neue Arschloch kann jetzt versuchen einem Spieler eine Antwort zu entlocken. Sind die Handkarten einmal verteilt, soll das Arschloch die Handkarten zuerst aufnehmen. Falls ein Spieler die Handkarten vor dem Arschloch in die Hand nimmt, wird automatisch dieser Spieler das Arschloch. Läutet das Arschloch schliesslich die neue Runde ein, ist die Antwort-Regel bis zum Ende der Runde aufgehoben.

Weswegen ist dieses Spiel für die Wohngemeinschaft eine Empfehlung wert? Zum einen ist der Spieleinstieg für laienhafte Mitbewohner aufgrund der simplen Spielmechanik ziemlich einfach. Das Spiel bedarf – ähnlich wie bei Uno – keiner grossen Erklärung, weswegen selbst amateurhafte Mitbewohner das Spielprinzip nach einer Runde verinnerlicht haben. Zum anderen ist das Handkartenspiel trotz des simplen Spielprinzips schwer zu meistern, da es in der Spitze viel strategisches Geschick erfordert. Bei jedem Zug muss sich der Spieler überlegen, ob er erhöhen oder sein Blatt für einen anderen Stich aufbewahren sollte. Solche Entscheidungen verlangen nach feinem Fingerspitzengefühl. Um die eigenen Strategien weiter zu verfeinern, merken und zählen gute Spieler die bereits gespielten Karten. Deshalb ist Arschloch viel herausfordernder und strategischer angelegt als das im Grundprinzip ähnlich simple Handkartenspiel Uno. Das Prunkstück des Spiels und wahrscheinlich der Hauptgrund, weswegen dieses Spiel besonders unter jungen Leuten derart grosse Popularität geniesst, bleibt das Spiel zwischen den Runden. Die Fähigkeit des Arschlochs, bei erfolgreich beantworteter Frage seinen Titel loszuwerden, erzwingt nahezu witzige und lustige Situationen unter deinen Mitbewohnern. Teilweise verwendet das Arschloch hanebüchene Tricks, doppelbödige Betonungen oder unüblich formulierte Fragen, um seinen wenig schmeichelhaften Titel loszuwerden. Beteiligen sich alle deine Mitbewohner lebhaft am Gespräch, kann der Arschloch-Titel innerhalb weniger Augenblicke zwischen mehreren Spielern wechseln und für grosse Verwirrung sorgen. Damit wird für viele Lacher in der Wohngemeinschaft gesorgt sein.

Auf der negativen Seite ist das Prunkstück des Spiels von der Redebereitschaft aller Spieler abhängig. Beteiligen sich deine Mitbewohner zwischen den Runden kaum an den Gesprächen, werden die lustigen und witzigen Situationen kaum entstehen. Diese Problematik lässt sich auf mehrere Gründe zurückführen. Beispielsweise möchte ein Spieler seine gute Position (König, Vizekönig) nicht unnötig gefährden, deine Mitbewohner sind generell nicht sehr gesprächig oder die Spielerrunde ist für langatmige Gespräche zu müde. Demnach zeichnet sich jeder Spieler dafür verantwortlich, ob das Handkartenspiel häufig oder kaum lustige Situationen in der Wohngemeinschaft entfacht.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sich Arschloch aufgrund seiner einfachen Spielmechanik, dem strategischen Geschick in der Spitze und den lustigen Situationen zwischen den Runden als eine gemeinsame WG Aktivität anbietet. Dank den Spielregeln zwischen den einzelnen Runden werden sich deine Mitbewohner vor Lachen kaum halten können. Negativ ins Gewicht fällt bloss der Umstand, dass die lustigen Situationen von der Redebereitschaft deiner Mitbewohner abhängig sind. Es liegt demnach an dir, an die Redebereitschaft deiner Mitbewohner zu appellieren und für eine lustige Spielatmosphäre zu sorgen.

Jonas

About the author

Jonas did an internship in marketing and communication at Fluster and, amongst others, wrote some blog posts in german about what it's like to live in a flatshare.

Fluster is developed with passion in Zürich🇨🇭